Rootix Blog
1Feb/105

Das iPad. Das Ende von Multitasking?

Es ist geil! Das muss ich hier mal vorne weg nehmen. Ich hab mir einige Videos zu Gemüte geführt, und bin sofort vom *habenmuss* Fieber befallen worden. Die eingebauten Applikationen sehen fancy, durchdacht und einfach super aus. In meinem Kopf drehten sich schon ganz wild alle möglichen Anwendungsszenarien. Videos schauen. Musik hören. Bücher lesen. Twittern. Mit Multitouch im Web rumsurfen.

Das ganze HAAALT. Hirn an Pascal. Das kannst du doch abgesehen vom Multitouch auch schon auf deinem süssen Asus EEE Netbook machen!!

Asus EEE 1002HA iPad
CPU 1.66 GHz 1 GHz
RAM 2 GB ?
Festplatte 120 GB max. 64GB
Auflösung 1024x600 1024x768
USB Geräte Ja Naja

Klar kann man hier nicht alle Werte 1:1 ummünzen. Aber ich kann mit meinem Netbook auch alles was ich brauche. Mit Windows 7 sieht das auch super aus.

Trotzdem werde ich mir das iPad eventuell trotzdem irgendwann kaufen. Es ist halt einfach Hübsch. Aber dass es Leute fast schon zu Apple-Fanatikern macht, löst bei mir nur Kopfschütteln aus. Hier mal ein paar Zeilen welche mich nachdenklich stimmen:

Ich brauch kein Multitasking

Quelle: Leumund.ch

Ich bin den ganzen Tag auf der Arbeit im Multitaskingmodus unterwegs, bin ich zuhause schaue ich mit einem Ohr Fernsehen auf Wilmaa während ich parallel noch twittere und meine Blogstatistiken checke. Mit dem iPad werde ich nur fernsehen. Dasselbe ist beim schreiben, man schreibt etwas und irgendwo im Hintergrund poppt schon wieder etwas auf das beantwortet werden will. Beim iPad werde ich eine der vielen Textapplikationen einfach verlassen und danach genau am gleichen Punkt wieder öffnen und weiterarbeiten.

Wir leben im 2010. Die Argumente klingen absolut sinnvoll. Aber wer ungestört bloggen oder Wilmaa schauen will, kann auch einfach die anderen Apps schliessen. Das braucht nur Wille, und keine Systemeinschränkung. Der Segen wird ganz schnell zum Fluch wenn dann doch plötzlich mal mehrere Apps offen sein müssen um z.B. Texte hin und her zu kopieren. Das ist auf dem iPad genauso fummelig wie auf dem iPhone auch. Früher hat Microsoft einen ähnlichen Ansatz für so kleine Computer gewählt. Sie hiess damals Windows XP/Vista Starter Edition und konnte nur 3 gleichzeitige GUI Tasks ausführen. Damals haben die Leute aufgeschrien und Microsoft ausgelacht. Heute wird Apple für diese Restriktion in den Himmel gelobt. Produktivität juhui. Scheiss auf Multitasking!

Ich zitiere ihn weiter:

Mein gesamter Persönlicher Ordner auf dem MacBook ist inklusive Musik, Videos und Bildern grad mal 192 GB wobei es sich um unzählige überflüssige Backups von Websites, von Musik die ich nicht höre und anderen Duplikate handelt. Ich werde mit 64GB locker genug Platz für alles wesentliche haben.

Ehm Hallo? 2010 mit Terrabyte Festplatten und es gibt Leute, welche sich aufgrund einer 64GB Flashplatte einschränken, nur weil das iPad keine Externe Festplatten unterstützt? Solche Dinge erinnern mich sehr stark an eine kürzlich diskutierte Studie betreffend iPhone Benutzern. Ich bin sehr dafür, keine Datenberge zu häufen. Mach ich abgesehen von Filmen, RAW Fotos und Musik auch nicht. All meine Dokumente sind nur wenige MB gross. Aber die Argumentation klingt dann auch wieder ein bisschen nach vorherig genanntem Syndrom.

Und dann noch der (nicht) Flash Support des iPads. Da fangen doch tatsächlich Leute an, darüber zu sinnieren wie unnötig doch Flash ist. Bei Leumund.ch (Eher technisch orientierter Blog) sind ganze 5% der Besucher mit dem iPhone zugange. Die meisten Webseiten werden sicher ein vielfaches weniger von einem nicht-flash fähigen Computer angeschaut. Bei mir beträgt auf 1500 monatliche Besucher die iPhone Rate 1.78%. Klar hat das proprietäre System von Adobe nicht nur Vorteile. Ich bin auch kein Flashfan und sehe es definitiv nicht als DIE Technik an. Aber hey. Dass Apple entscheidet, welche Programme nun auf dem iPad installiert werden dürfen, ist dann schon wieder geil. Dann kommt wenigstens keine Schadsoftware drauf (und leider auch nicht super Konkurrenzprodukte). Ich nenne das Bevormundung. Aber hier ist wieder das "Apple Syndrom" zugange. Apple ist cool, alles was das iPad kann ist richtig. Was es nicht kann ist irrelevant oder sollte abgeschafft werden. Ich warte darauf das in Cupertino bald eine offizielle Religion gegründet wird. Anhänger hätten sie genug, wenn ich mir die Blog- und Twittersphäre so anschaue in den letzten Tagen.

@leumund: Sorry, das mein ich hier absolut nicht persönlich. Ich bin fasziniert von deiner Argumentation und ich denke es funktioniert tatsächlich! Auch wenn es vieleicht nicht so lange dauern wird, bis sich wieder etwas ändert. Ich habe deinen Post als Ausgang genommen, da du mich neben all der Faszination deiner Ausführungen auch zum nachdenken gebracht hast.

Alles in allem kann ich sagen: Geiles Teil. Super Apps. Habenwill. Aber ich bleibe realistisch und kaufe es mir wennschon als Gadget, oder maximal als Ersatz für mein Netbook. Es hat ein Riesenpotential und wird ganz sicher ähnlich dem iPhone die Handhabung mit Computern grundlegend verändern. Aber Back to the roots kann nicht die Zukunft der Computerindustrie sein.